Texte

 

1. Satz

 

Soldatenromantik:

 

Was könnte im Geiste der Zeit das höhere Ziel eines Römischen Legionärs im
Dienste seines Kaisers gewesen sein? Welche Motivation treibt den Germanen in die
Schlacht? Welche Sehnsucht verbirgt sich hinter all den Schlagworten der
romantisierten Ideologien und Verherrlichungen, die die verfeindeten Parteien jedes
Zeitalters mit Gewalt durchzusetzen versuchen? Sind diese Sehnsüchte so
verschieden voneinander? Ist es ein altes verklärtes Bild von damals, dass sich die
Soldaten beider Seiten in die Illusion flüchten, auf der "richtigen" Seite für eine gute
Sache zu kämpfen...oder vielleicht ein sehr aktuelles Thema?

 

Römer:


Auf Kameraden, unser Schwert für Recht und Ordnung, für ein Leben in friedlicher Ordnung.
Auf Kameraden, unser Schwert für Recht und Ordnung, für Frieden.

 

Römerinnen:

Lebt ihr noch?
in der Ferne
Ach ihr Götter hört uns flehn,
lasst uns die geliebten Söhne wieder sehen
lasst uns sie wieder sehn
schützet sie! Ea protegi! (latein: beschützt sie)

Germanen:


Auf Kameraden, unser Schwert für ein Recht auf Leben, auf ein Leben in Frieden und
Freiheit! Auf Kameraden! Zieht das Schwert für unser Leben in Frieden und Freiheit.

 

Germaninnen:

Liebe Söhne
Kommt heim, kommt wieder heim
Ihr Götter hört uns, steht ihnen bei
Bringt uns unsre Söhne zurück
hodjan, hodjan, hodjan (Althochdeutscher Ausruf: beschützt sie!)

 

Anrufung der Götter:

 

Wessen Mütter haben die Gunst der Götter, ihre Söhne unversehrt wieder sehen zu
dürfen, eher verdient?

 

Frauen erst gegeneinander, dann zusammen:

 

Ihr Götter hört uns flehn:
Lasst uns unsere Söhne wieder sehn.
Brecht der Mütter Herzen nicht
So schützet sie.

 

Marsch der schwindenden Hoffnung:

 

Wenn der Nebel und die heraufschwelgende Angst die ideologisierte Vernebelung aus den
Köpfen vertreibt, und das Verdrängte, Ungesagte langsam zur Gewissheit wird.

 

Männer:
Moor, Moder Moder, Moor
Weit und breit nichts als Moor, Moder, Moor
...
Mor-den...

(kurz Innehalten, dann weiter)

Moor, Moder, Morden, Moor

 

Frauen darüber:


Lebt ihr noch?
Germaninnen: Hodjan.
Römerinnen: Ea Protegi.

 

 

 

2. Satz

 

Tenorsolo: Ach hätt ich doch

 

Wenn die Zeit stehnbleibt
So kurz vor dem Tod
Frag ich mich:
Lebte ich?
Wer kennt den Sinn meines Lebens,
wenn ich selbst nicht weiß,
wer ich war?
Nun erkenne ich das Leben,
seh das Geschenk, das mir verborgen war.
Wör ich doch,
ach hätte ich doch.....

 

Bass-Solo:

 

Wird diese schlammig - fremde Erde
So gütig sein,
So gütig sein,
das, was übrig bleibt von uns
übrig bleibt von uns
in ihr Reich
aufzunehmen?
Wenn die Barbaren siegen
Wir zerfetzt am Boden liegen
Am Boden liegen
Am Boden liegen
Wirst Du
So gütig sein?
aufzunehmen,
was übrig bleibt von mir?

 

Bass: gesprochener Text:

 

So blieb uns vom Traum zu Gewinnen
erst die Hoffung zu entrinnen,
doch zuletzt nur noch die Gnade
der schnelle Tod werde uns zuteil...
Derweil
unsere Mütter
sterben von innen
langsam
erleiden sie daheim einen langen Tod
Wozu?

Tenor Solo:

 

Niemand, der uns zu Grabe trägt,
der von unserem Schicksal erzählt,
wenn der Letzte von uns
aus Angst vor dem Grauen
das eigene Schwert als Richter wählt.

Chor: Niemand, niemand, niemand

 

Alt Solo:

 

Niemand, der mir zur Seite steht,
der sich um mein Schicksal bemüht,
und was habe ich noch,
wenn all meine Liebe
so früh im Staube verblüht?

Chor: Niemand, niemand, niemand

 

Gedicht von Joachim Dadaniak:

 

Fliegenkinderfeste

 

Und wieder können weiße Maden
aus offenen Soldatenmündern
ans Licht der Welt gelangen,
Hundert, Tausend, Milliarden,
diesen Fliegenkindern,
ist totes Fleisch kein Schaden.

Und übrig bleibt die Bleiche
fleischloser Knochenreste,
in jedem Krieg das gleiche,
Kriege sind Fliegenkinderfeste.

 


3. Satz

 

Jugendchor: "Wir sind hier"

 

Wir sind hier,
wer erinnert sich an uns?

 

Wer reißt das Glück aus unseren Herzen
Lässt uns erstarren im dumpfen Nichts
Erkennt ihr nicht, erkennt ihr nicht,
dass unsres Leben´s Glück zerbricht?
Versteht ihr nicht?

 

Wir werden stark sein mit steinernen Herzen,
fast vergessen des Vaters Gesicht.
Wir weinen nicht,wir weinen nicht
wenn unser junges Herz zerbricht.

 

Wir sind hier,
wer erinnert sich an uns?
Wir sind hier,
hört ihr uns? Seht ihr uns?
...liebt ihr uns?
Wir sind hier,
erinnert Euch an uns.

 

Wir sind die Boten der Freude am Leben
Kennen den Hass nur aus Eurem Gesicht
Warum lernt ihr nicht
Warum lernt ihr nicht?

Denn wir sind hier, um in Frieden zu leben!
Wir sind hier, um lebendig zu sein!
Wir sind hier, aus Freude am Leben,
wir sind hier...
wir sind hier...

Wir sind hier
Wer erinnert sich an uns?
Könnt ihr uns wahrnehmen
Könnt ihr uns hier sehn?
hört ihr uns? Seht ihr uns?
...seht ihr uns noch?
Wir sind hier!

 

 

 

 

4. Satz

 

Sopran Solo: Friedensarie
+ Chor

 

Frieden
Sagst Du
Frieden
Ist Dein Ziel
Siegen willst Du, für den Frieden,
möchtest ihn ersiegen
durch Deinen Krieg.

Suchst Du -
von Angst und Blindheit entstellt -
vergeblich?
Vergeblich ein Licht im Sturm,
dass Dir den Weg durch die Welt
erhellt...

Mensch,
was denkst Du?
Was ist Frieden?
Wo ist Frieden?
Ist dort Frieden
in Dir?


Ende

 

 

Gedanken zum Frieden:

 

Was ist Frieden?

Diese Frage hat mich seit langem beschäftigt und mich letztendlich inspiriert,
dieses Projekt zu initiieren. Ständig sind wir auf der Suche danach und finden ihn
doch nicht. Was hält uns davon ab? Wenn wir von Krieg sprechen, haben wir meist
eine klare Vorstellung von der Bedeutung dieses Worts. Und wenn wir von Frieden
sprechen? Erscheint uns Frieden nicht irgendwie wie eine nicht greifbare Utopie?
Was wollen wir eigentlich?

Wir sagen, wir wollen Frieden und führen Kriege, um diesen Zustand zu erreichen...
eigentlich müsste das doch jedem Menschen paradox erscheinen, der ernsthaft an
einer friedlichen Welt interessiert ist. Wollen wir wirklich Frieden?

Wenn wir einen zu unseren Gunsten verzerrten Ausschnitt aus dem Ganzen
betrachten, finden wir schnell Gründe, um einen Krieg zu rechtfertigen, weil wir uns
bedroht fühlen, nicht zu unserem Recht kommen und die Gegenpartei für uns offen-
sichtlich nicht zu einer Beilegung eines Konflikts bereit ist. Es ist verrückt, aber man
muss sich vor Augen führen, dass die anderen das oft auch so sehen. Jede Seite hat
gute Argumente, die die andere Seite nicht versteht oder nicht verstehen will, und immer

fühlen sich beide Seiten als Opfer des anderen, provoziert, eingeschränkt, bedroht,benachteiligt

durch das Handeln ihres Gegners.

Stellen wir uns die Frage, für wen wir eine Bedrohung sind? Ist uns bewusst, wie viele
Existenzen und wie viel Natur unsere Gesellschaft auf dem Gewissen hat, indem
wir aus Eigennutz und vorgeschobener Unwissenheit handeln?
Sind wir uns bewusst darüber, dass wir als Masse von Menschen, die überwiegend
auf ihren kurzfristigen persönlichen oder finanziellen Vorteil schauen, maßgeblich
den Lauf der Welt prägen, sie sozusagen durch unser Verhalten steuern?
Wir hätten so viel Macht, etwas zu verändern, ... wenn wir es denn wollten. Zur Zeit
wollen aber anscheinend noch nicht genug Menschen eine wirkliche Hinwendung zu
einer friedlicheren Welt. Begegnen wir der Welt mit Respekt in friedvoller Absicht?
Tragen wirzu einer friedlichen und gesunden Welt bei?

Wenn wir immer wieder unser Verhalten hinterfragen, kann sich ein Bewusstsein
entwickeln darüber, was wir eigentlich tun.... und dann können wir nach und nach

etwas verändern. Wir vergessen oft, dass wir ein Teil des Ganzen sind und schauen weg,
finden Ausreden und wollen nicht Verantwortung tragen. Aber wir entscheiden,
wie ein Tier lebt und stirbt, ob der Kaffeebauer genug verdient, um seine Familie
zu ernähren, ob in Brasilien Regenwald für Soja-Plantagen abgeholzt wird, oder ob
Multi-Konzerne und Regierungen Kriege anzetteln können, um ihre Interessen
durchzusetzen. Wir entscheiden, ob es uns egal ist oder nicht, durch unser Handeln.

Wir müssen uns der Frage stellen, ob wir wirklich verantwortungsvoll und bewusst
handeln wollen, oder ob wir uns einreihen in die Bequemlichkeit des Mitlaufens, in
die Ignoranz dessen, was in der Welt wirklich gespielt wird, und letztendlich durch
unsere Passivitöt unseren Frieden und unsere Freiheit verlieren...sofern wir sie noch
haben.

Frieden ist nicht einfach nur da, wo gerade keine Bomben fallen, Frieden will aktiv
gestaltet werden und bedarf der Verantwortung eines jeden einzelnen. Wir müssen
unser Bewusstsein dafür schärfen, dass Frieden nur dort entstehen kann, wo Bereit-
schaft zu dieser Verantwortung besteht, Bereitschaft zum inneren Dialog, Bereitschaft
zum Hinschauen, und vor Allem Bereitschaft zum Handeln. Wenn uns klar geworden
ist, dass es uns gut geht, wenn es den anderen um uns herum gut geht, haben wir
einen großen Schritt gemacht, denn dann haben wir verstanden, dass wir selbst
Verantwortung für unseren Frieden tragen. Wenn viele von uns bereit sind, aktiv
Frieden zu gestalten und zu leben, kann sich eine Gesellschaft entwickeln, in der
Freude, Respekt, Wertschätzung und Freiheit wieder einen größeren Stellenwert
haben.

 

Aber wir können nicht darauf warten, dass andere das für uns tun!

 

......

 

Ist Frieden aus der Sicht der Herrschenden ein erstrebenswerter Zustand?
Wer sind überhaupt die Herrschenden, und was sind ihre Interessen und Ziele?
Das Medienzeitalter gibt uns die Herausforderung, uns gezielt zu informieren. Um
nicht im Informationsschrott die Orientierung zu verlieren und wie Lemminge der wohl-
kalkulierten Desinformations- und Manipulationspolitik auf den Leim zu gehen (was
unweigerlich in die Aufgabe unseres Selbstbestimmungsrechts und somit unserer
Freiheit münden wird), sollte man beginnen, die Dinge um uns herum zu hinterfragen.
Ich habe eine kleine Auswahl an Links im web zusammengestellt, von denen ich
glaube, dass sie zur Bewusstseinsbildung beitragen.

 

http://avaaz.org
www.eliant.eu
www.laleva.org/de/
www.secret.tv/
www.zeitgeistmovie.com/